Ladetechnik für E-Autos: Ein Überblick

Die Batteriesysteme in E-Autos verwenden nicht den Wechselstrom (engl.: alternating current – AC) aus dem normalen Stromnetz, sondern Gleichstrom (engl. direct current – DC). Deswegen sind in den E-Autos Ladegeräte installiert, die den Strom umwandelt. So können die Autos zuhause und an sogenannten AC-Ladestationen mit normalem Netzstrom geladen werden. Es gibt jedoch immer mehr spezielle DC-Schnelladesäulen, an denen Elektroautos direkt mit Gleichstrom geladen werden können. Hier sind direkt in der Ladesäule hochleistungsfähige Ladegeräte verbaut, die den Strom schneller umwandeln können als das kleine Ladegerät im Auto.

Ladetechnik für E-Autos

Typ2 Stecker / Menneke-Stecker (nur AC-geeignet): Für das Laden am AC-Stromnetz hat sich der Typ2-Stecker als EU-Norm durchgesetzt. Er wird nach der Herstellerfirma auch als “Menneke-Stecker” bezeichnet und lädt mit bis zu 43 kW. Es gibt auch noch Autos mit einem weniger leistungsfähigen Typ1 Stecker. An den meisten Ladestationen wird hier ein Adapter benötigt.

CCS – Combined Charging System (DC-geeignet): Beim CCS (Combined Charging System) wird der Typ2-Stecker mit zwei weiteren Anschlussstellen ergänzt. Damit kann man sowohl an den Schnelladestationen als auch an den normalen AC-Stationen laden.

Tesla: Der amerikanische Autobauer hat eigene “Supercharger” Ladesäulen mit bis 145 kW und sein eigenes Steckersystem, bietet jedoch Adapter an.

Ladetechnik für E-Autos: Wie geht´s weiter

Superschnelles Laden mit 400kW
Bei den Ladezeiten versuchen sowohl die Fahrzeughersteller als auch die Hersteller der Ladesysteme, sich gegenseitig zu übertrumpfen. CHAdeMO kündigte an, ab 2020 erste Schnelladestationen mit bis zu 400 kW anzubieten. Damit könnte ein Auto mit der richtigen Kapazität in unter 15 Minuten wieder bis zu 80% geladen werden. Auch beim CCS System wird in die Richtung gearbeitet.

Ladetechnik für E-Autos

Wireless – E-Auto ohne Kabel laden
Parallel wird auch an Methoden geforscht, die Batterien der E-Autos ohne Kabel aufzuladen. So arbeitet die Society of Automotive Engineers am Laden mit Induktion. Damit können die E-Fahrzeuge während der Fahrt über Magnetspulen in der Straße aufgeladen werden. Auch das Laden der Akkus mit Solarstrom wird getestet. Gerade erst im Spätsommer 2019 wurde ein Prototyp für den Toyota Prius vorgestellt, der sich über Solarzellen auf dem Autodach selbst aufladen kann.

Vehicle-to-Grid (V2G)
Einige Autos unterstützen jetzt schon V2G. Damit kann der Strom auch andersherum fließen, vom Auto ins Stromnetz. So kann das Auto im smarten Verkehrsnetz von morgen als mobiler Stromspeicher dienen, der Strom aus dem Netz zieht wenn er gebraucht wird und Strom abgibt wenn er woanders benötigt wird.