„Die beste Alternative, die es derzeit gibt“

Herbert Scherten, Geschäftsführer der Firma ROSCH

Herbert Scherten (55) ist seit 30 Jahren Elektroinstallateur-Meister und überzeugter E-Mobilist. Als Geschäftsführer der Firma Rosch Industrie- und Gebäudetechnik arbeitet er mit den Stadtwerken als Installationspartner für die SWD Wallbox zusammen. Im Interview erzählt uns der gebürtige Dürener, wieso Elektromobilität für Ihn das Mittel der Wahl ist, wenn es um Fortbewegung geht.

Herr Scherten, welchen Stellenwert nimmt das Thema Elektromobilität für Sie persönlich ein?

H.S.: „Einen sehr hohen! Ich sage immer: Es ist nicht das Nonplusultra, aber die beste Alternative, die es derzeit gibt. Klar, es erfordert etwas Umstellung, wenn man bislang nur auf Verbrenner gesetzt hat. Aber gerade im Stadt- und Kurzstreckenbetrieb ist ein E-Auto eine sehr lohnenswerte Option.“

2019 haben sie ihre Firmenfahrzeuge auf Elektroautos umgestellt. Fahren sie auch privat elektrisch?

H.S.: „Ja. Vor zwei Jahren habe ich einen Tesla Model 3 als Geschäftsfahrzeug angeschafft, diesen nutze ich auch privat. Anschließend haben wir für die Firma einen Kleinmontagewagen gekauft, ebenfalls elektrisch, sowie einen Hybrid. Das hat sich bis jetzt bewährt. Für den Stadtverkehr ist das ideal, Reichweitenprobleme haben wir keine.“

Das Thema begrenzte Reichweite schreckt viele ab. Stört sie das nicht?

H.S.: „Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Reichweiten-Thema sind durchaus positiv. Unser Kleinmontagewagen hat beispielsweise eine Reichweite von 230km – das reicht allemal für unsere Zwecke. Auch für den privaten Gebrauch sehe ich da keine großen Probleme, da die Ladeinfrastruktur mittlerweile gut ausgebaut ist. In naher Zukunft werden sicherlich auch noch stärkere Akkus verbaut werden. Nachholbedarf gibt es allerdings noch bei Transportfahrzeugen für den Langstreckenbereich. Da wäre eine größere Reichweite vonnöten, damit sich auch hier ein Wechsel auf Elektro lohnt.“

Welche Möglichkeiten zum Laden nutzen Sie?

H.S.: „Zuhause habe ich eine eigene Wallbox, in der Firma ist ebenfalls eine installiert. Für weitere Strecken nutzen wir meist die Schnellladestationen auf Raststätten. Zumindest mit dem Supercharger geht das schnell, einfach und ist sehr gut zu händeln.“

Ist ein Elektroauto – im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennern – für den Durchschnittverbraucher erschwinglich?

H.S.: „Noch zu hoch sind meiner Meinung nach die Anschaffungskosten. Die Preise sind zwar in letzter Zeit etwas gesunken, aber ich sehe da ehrlich gesagt noch Luft nach unten. Das ist nötig, um die Elektromobilität weiter nach vorne zu bringen und mehr Leuten den Umstieg zu ermöglichen. Die laufenden Kosten sind hingegen absolut überschaubar. Die Energiekosten für unsere Firmenautos haben sich enorm verringert: Wir zahlen für unsere reinen E-Fahrzeuge nur noch ein Drittel der ursprünglichen Kosten, die wir bei Verbrennern hatten. Darüber hinaus profitieren wir natürlich von der Steuerersparnis.“

Wo sehen Sie sonst noch Verbesserungsbedarf?

H.S.: „Obwohl es genug Möglichkeiten zum Laden gibt, herrscht immer noch Verunsicherung. Die Leute wissen nicht genau, wie und wo das Laden funktioniert. Hier wäre etwas mehr Aufklärung sicherlich hilfreich. Zudem gibt es zig verschiedene Ladetarife mit großen Preisunterschieden. Ein gedeckelter Preis sowie flexiblere Ladeanbieter würden hier Abhilfe schaffen.“

Gehört der Elektromobilität die Zukunft?

H.S.: „Sicherlich wird sich auch die Wasserstoff-Technik weiter vorarbeiten, sodass wir irgendwann eine Mischung aus Elektromobilität, Wasserstoff und sicherlich auch noch Verbrennern auf den Straßen sehen werden. Derzeit halte ich wie gesagt Elektroautos für die beste Alternative. Das Handling ist top, ich würde nicht wieder wechseln wollen!“